Was ist eine Anschlussfinanzierung?

Wenn Ihre Zinsbindung ausläuft, aber noch eine Restschuld auf Ihrem Darlehen besteht, brauchen Sie eine Anschlussfinanzierung. Dabei wird Ihr bestehendes Darlehen durch ein neues abgelöst – und die verbleibende Schuld zu neu verhandelten Konditionen weiter getilgt.

Je nachdem, wie Sie die Anschlussfinanzierung gestalten, gibt es zwei Wege: Bleiben Sie bei Ihrer bisherigen Bank, spricht man von einer Prolongation. Wechseln Sie zu einem anderen Kreditgeber, handelt es sich um eine Umschuldung.

In beiden Fällen werden Zinssatz, Zinsbindung und Tilgung neu vereinbart – oft zu anderen Konditionen als beim ursprünglichen Darlehen.

Ein konkretes Beispiel: Ihre Zinsbindung lief 10 Jahre. Danach besteht noch eine Restschuld von 100.000 €. Genau diesen Betrag finanzieren Sie per Anschlussfinanzierung neu – idealerweise zu möglichst günstigen Zinsen.

Wie funktioniert eine Anschlussfinanzierung genau?

  • Sie erhalten etwa 3 Monate vor Ende der Zinsbindung von Ihrer Hausbank eine Möglichkeit zur Weiterfinanzierung, Prolongation genannt. Das ist allerdings meist teurer als eine Anschlussfinanzierung bei einer anderen Bank. Fragen Sie daher bei anderen Banken oder einem Finanzvermittler wie Dr. Klein bis zu 5,5 Jahre vor Ablauf der Zinsbindung nach Möglichkeiten der Anschlussfinanzierung. Sie können Ihnen verschiedene Finanzierungsmodelle aufzeigen.
  • Sie können wählen: Entscheiden Sie sich für die Prolongation, ändert sich lediglich der Zinssatz Ihrer bestehenden Finanzierung. Entscheiden Sie sich für eine Finanzierung bei einer anderen Bank, Umschuldung genannt, schließen Sie die Anschlussfinanzierung zu günstigeren Zinsen dort ab. Durch einen komplett neuen Vertrag haben Sie außerdem die Chance, eine neue monatliche Rate sowie neue Tilgungsoptionen zu verhandeln.
  • Der neue Kredit wird nun zu den neuen Konditionen über die noch bestehende Restschuld abgeschlossen.

Wo Zinsen schwanken, wächst der Wert guter Beratung.

Wann sollte ich meine Anschlussfinanzierung planen?

Spätestens 3 Jahre vor Ablauf Ihrer ersten Zinsbindung  ist es Zeit, sich mit dem Thema Anschlussfinanzierung auseinanderzusetzen. Schließlich können Sie Ihre Zinskosten mit einem günstigen Anschlussdarlehen deutlich senken oder aber die monatlichen Raten für Ihr Haus und damit Ihre finanzielle Belastung spürbar verringern. 

Ihre Bank schickt Ihnen zwar spätestens 3 Monate vor Ablauf der Zinsbindung ein Angebot – dann bleibt Ihnen aber in der Regel keine Zeit mehr, sich noch um eine alternative Anschlussfinanzierung zu eventuell niedrigeren Zinsen und besseren Konditionen zu kümmern. Schon bis zu 5,5 Jahre vor Ende der Zinsbindung lohnt es sich, die  Zinsentwicklung im Blick zu behalten und Angebote zu vergleichen. Der Expertenrat von Dr. Klein rechnet in Zukunft kaum noch mit starken Zinsrückgängen. Umso sinnvoller ist, rechtzeitig zu handeln. Ein Forward-Darlehen können Sie bis zu 5,5 Jahre vor Ablauf Ihrer Zinsbindung abschließen. Befinden Sie sich weniger als 6 Monate vor Ablauf, können Sie auch direkt umschulden, ohne Aufschlag. Zusätzlich gilt ein Sonderkündigungsrecht nach § 489 BGB: Nach 10 Jahren können Sie Ihr Darlehen mit einer Frist von 6 Monaten kündigen und zu besseren Konditionen neu finanzieren.

Welchen Einfluss haben die Zinsen auf mein Anschlussdarlehen?

Die Zinsen für Ihr Anschlussdarlehen werden nach den aktuellen Zinsen berechnet. Wenn die Zinsen verhältnismäßig günstig sind, kann dies eine finanzielle Entlastung für Sie bedeuten. So könnten Sie beispielsweise Ihre monatliche Rate senken und haben somit jeden Monat mehr Geld zur Verfügung. Oder Sie behalten Ihre bisherige Rate und erhöhen damit die  Tilgung Ihres Darlehens. Der Vorteil: Sie zahlen insgesamt weniger Zinsen und Sie sind schneller schuldenfrei.

Die Zinsentwicklung ist wichtig für 2 Fragen:

  1. Wann ist die richtige Zeit, Ihr Anschlussdarlehen abzuschließen?
  2. Wie lange sollten Sie sich an den Zins binden?

Mit den folgenden 3 Szenarien wird deutlich, inwieweit die künftige Zinsentwicklung ihre Entscheidung beeinflussen kann:

Fall 1: Die aktuellen Bauzinsen sind höher als Ihr jetziger Zins.

Die Zinsen sind in der Zwischenzeit gestiegen und haben Ihren alten Sollzins überholt? Das ist auf den ersten Blick natürlich die ungünstigste Ausgangssituation. Der erste Reaktionsimpuls sagt Ihnen vermutlich: warten. Doch auch hier gilt: Lesen Sie sich die Zinsprognosen von Experten durch. Immerhin ist es möglich, dass die Zinsen in Zukunft noch weiter steigen, und dann wäre warten schlecht. In diesem Fall sollten Sie die Möglichkeit nutzen, sich den zwar höheren Zins zu sichern, bevor Sie noch schlechtere Konditionen in Kauf nehmen müssen. Falls die Zinsprognosen auf fallende Zinsen hinweisen, macht sich ein bisschen Geduld hingegen finanziell bezahlt.

Fall 2: Die aktuellen Bauzinsen sind niedriger als Ihr jetziger Zins.


Wenn die Zinsen nach dem Abschluss Ihrer Baufinanzierung gesunken sind, können Kreditnehmer sich freuen: Für die kommende Finanzierungsrunde können Sie mit besseren Konditionen rechnen. Das klingt nach: sofort zuschlagen und eine günstige Anschlussfinanzierung abschließen, sobald es möglich ist. Das ist auch richtig. Oder wird damit gerechnet, dass die Zinsen noch weiter sinken? Dann wäre warten klüger. Auch in diesem Fall gilt: Zinsprognosen im Auge behalten, um den richtigen Zeitpunkt abzupassen.


Fall 3: Die aktuellen Bauzinsen liegen auf demselben Niveau wie Ihr jetziger Zins.


Die marktüblichen Hypothekenzinsen sind zum Zeitpunkt Ihrer Anschlussfinanzierung ungefähr genauso hoch wie der Sollzins Ihrer aktuellen Finanzierung. Sie würden sich also weder verbessern noch eklatant verschlechtern. Wichtig ist nun die Frage: Was sagen die Experten, wohin sich die Zinsen in der kommenden Zeit entwickeln werden? Steht der Trend auf „Anstieg der Zinsen“, dann wäre schnell handeln angesagt. So sichern Sie sich zumindest die Konditionen, die Sie jetzt schon haben, für die darauffolgenden 10, 15 oder 20 Jahre. Steht der Trend auf „Absinken der Zinsen“, dann wäre es natürlich klüger, noch ein bisschen zu warten. Denn dann wahren Sie die Chance, mit einem niedrigeren Zins in die nächste Runde zu starten. 


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